Das Ding mit der Diversität



Das Ding mit der Diversität ist eine komplizierte Sache.

Oftmals wird das Label der Diversität als Deckmantel für vorhandene marginalisierende Machtstrukturen, wie z.B weiße Vorherrschaft und eurozentrische Schönheitsstandards ausgenutzt, um diese beizubehalten.
Andererseits ist Diversität notwendig um gegen eben solche Strukturen anzukämpfen.
Doch wie erkennt man diese Problematik und vorallem - wie unterscheidet und wie lebt man wahre Vielfalt? Ab wann ist mensch divers, und bedeutet divers zu sein gleichzeitig auch machtkritisch und fortschrittlich zu sein? Was genau ist Diversität? Ab wann fängt Diversität überhaupt an, wo sollte es aufhören und kann mensch eigentlich hundertprozentige Vielfältigkeit gewährleisten?

Wie gesagt, dass Ding mit der Diversität ist eine komplizierte Sache.

In diesem Artikel versuchen wir deshalb den Knoten der Vielfalt ein wenig zu lockern. Lehn’ dich zurück, mach dir schnell noch deinen liebsten Drink, vielleicht einen Snack für den kleinen Hunger und schon kann es losgehen!



Wenn wir an echte Diversität denken, dann sehen wir Firmenvorsitzende, Models, Politiker*innen, etc.  in allen Hauttönen, Körpergrößen und -eigenschaften und mit jeden möglichen sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentifikationen, Haarstrukturen, Kulturen und religiösen Überzeugungen die es gibt. Ein Umfeld, in dem Machtstrukturen kritisch hinterfragt, Selbstreflektion über unter anderem die eigenen Privilegien betrieben werden und die Menschen ein ehrliches Interesse daran haben, diese Machtstrukturen und die Unterdrückung, die mit diesen einhergehen, auch aktiv zu bekämpfen.

Die Realität sieht jedoch ganz anders aus.

Zum einen sehen wir viel zu häufig große Firmen oder auch große “Namen”, die den Begriff ‘Diversität’ für sich nutzen, um die Zuneigung und die Sympathie der Masse zu erkaufen und offen, trendig und inkludierend zu wirken.
Dafür werden oftmals Bewegungen von marginalisierten Menschen ausgenutzt und angeeignet, wie zum Beispiel, die Bodypositivity-Bewegung, um Produkte und ein Image der Weltoffenheit zu vermarkten. Es werden somit weitere Zielgruppen erschlossen, die sich vorher nicht von diesen Produkten angesprochen gefühlt haben. Weitere Zielgruppen - mehr Profit. Toll! Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Diese vorgegaukelte Diversität verkauft sich gut.
Zu gut.
Doch diese Diversität ist meistens eher problematisch. Viel zu häufig werden marginalisierte Körper benutzt, um als Aushängeschild für die vermeintliche Fortschrittlichkeit und Weltoffenheit zu fungieren. Dass die Betroffenen trotzdem weiterhin der allgegenwärtigen Ignoranz der Gesellschaft ausgesetzt sind, weckt wenig Empörung.
Auffällig ist dabei auch, dass als die erste Wahl von Medien, wenn es um Diversität geht, immer zuerst auf eine light-skinned Schwarze oder (weiße acceptable-) mehrgewichtige Person zurückgegriffen wird. Das ist üblicherweise der Fall, weil Schwarze Menschen als “das genaue Gegenteil der weißen Mehrheitsgesellschaft” (Das Schwarz-Weiß Phänomen)  und als “Repräsentant*innen aller nicht-weißen Menschen” ausgenutzt werden. Weiße, akzeptabel-mehrgewichtige Menschen werden gerne als Aushängeschild für Körpervielfalt benutzt und stellen die einzige Marginalisierung dar, mit der sich viele Normmenschen identifizieren können. Sehr viel seltener sieht man zB. disabled bodies. Und wenn doch, dann als toughe Sportler*innen, die ihre Behinderungen scheinbar mit irgendetwas anderem kompensieren müssen #whatsyourexcuse #inspirationporn. Indigene Menschen, dark-skinned BIPOC, fette Menschen,  etc. fallen meist gänzlich durch’s Raster oder werden maximal als stereotype (Neben-)Person dargestellt, aber nicht als vollwertiges Individuum in einer westlichen Gesellschaft.

Marginalisierte Menschen sind oftmals nur dann zu sehen, wenn diese von Normmenschen als stereotype Belustigung für ein normatives Publikum, als Vorzeigeexemplar für Diversität oder für den Mitleidslike bei Themen wie Rassismus und co. gezeigt werden. ZB bekommen BIPOC oftmals nur Platz in Mainstream Medien, um über Dinge wie Rassismus und co. zu sprechen (Dokumentationen über “Die dritte Welt: Afrika” oder als aufgeklärte beste Freundin der weißen Protagonistin in Filmen).

Es werden weiterhin Marginalisierungen für diese Körper geschaffen, wenn das Zeigen solcher Körper nicht auch die Aufklärung über deren Marginalisierung beinhaltet.  





Ein gutes Beispiel dafür ist Germany’s Next Topmodel und Gilette.

Jahr für Jahr sehen wir immer wieder das Schreckensbeispiel von Heidi Klum und Michael Michalsky, die sich Transfrau für Transfrau, Kürvchen für Kürvchen und BIWOC für  BIWOC vor Stolz die eigene Schulter kaputt klopfen. “Team Divääärsiteeey! Ich bin ja immer so stolz auf die Diversität meines Teams!”- wie Michael so gerne sagt. Hätten wir in der aktuellen Staffel jedes Mal einen Shot Spaßbier (80% Limo, 20% Bier) gekippt, wenn er sich selbst mit der “Diversität” seines Teams gebrüstet hat, würden wir jetzt wahrscheinlich mit einer Alkoholvergiftung im Koma liegen.

Doch die Sicherheit der Frauen, die Michael und Heidi gerne für ihr eigenes “ich-bin-so-tolerant” Ego (vor allem) psychisch ausnutzen, aufgrund ihrer Marginalisationen, die sie für diese so “anders”, “exotisch” und “einzigartig” machen, könnte sie nicht weniger interessieren.  Von Aussagen wie: “Das ist eine deutsche Werbung. Ich denke die suchen eher einen deutschen Typen”, über “Ich glaub’ halt, dass es für die Dunkleren schwer wird. Weil wir haben relativ viele Dunklere” (bedenke, dass diese Aussage getroffen wurde, als 95% der Kandidatinnen weiß waren), bis hin zu rassistischen Kommentaren und Situationen am Set und auf Social Media, hatten diese Rassismen keinerlei Konsequenzen für/seitens GNTM.

Gilette hingegen hat, soweit uns bekannt ist, zum ersten Mal eine Frau gezeigt, die wirklich mehrgewichtig ist und sichtbar starke Cellulite hat. Dass diese nur für eine Kampagne der Diversität dienen soll, aber sonst niemals als normales, 0815 Model eingesetzt wird, ist nichts Neues. Trotzdem war es eine Überraschung. So auch für die tausenden fett-feindlichen Befürworter*innen des bisherigen “all white-all thin” Images von Gilette. Gibt man bei der Suchmaschine unseres Vertrauens “Gilette Werbung Anna O’Brien” ein, fällt auf, dass die Schlagwörter “Kritik”, “Shitstorm” und “Hate” bei fast jedem Artikel dabei sind. Auch hier wird nichts unternommen, um die Betroffene zu schützen und/oder mit fett-feindlichen Stereotypen aufzuräumen. Immerhin ist die Polarisierung und die damit einhergehende Aufmerksamkeit für Gilette eingetreten. Wieso sich also noch um die ausgenutzte Person kümmern? Das Ziel wurde erreicht, das ist alles was zählt.

Ein alltägliches Beispiel wäre eine weiße Person, die ihren BIPOC Freund mit zu sich ins Elternhaus schleppt um die konservativen, rassistischen Eltern zu verärgern. Doch BIPOC sind nicht die Piercings eurer rebellischen Phase.

Wer marginalisierte Menschen benutzt, um die eigene Fortschrittlichkeit zu beweisen, ohne kritische Selbstreflektion zu betreiben und Betroffene Gefahren und Gewalt aussetzt, um sich zu profilieren, dessen Diversität ist, um ehrlich zu sein, für die Tonne und fördert nicht mehr als die weitere Marginalisierung dieser.
Deswegen gilt: Echte Diversität funktioniert nur mit Selbstreflektion, Respekt gegenüber den Betroffenen und kritischer Selbst- und Fremdwahrnehmung.






Aber genug von GNTM, weiter zum nächsten Punkt, denn leider ist die oben beschriebene Problematik nicht die Einzige.


Wie es GNTM und unter anderem Ulla Popken schon fleißig vormachen, kratzt die ‘Diversität’, die gerne zu Profilierungszwecken genutzt wird, nur an der Oberfläche und orientiert sich meist an marginalisierten Körpern, die dennoch näher an der Norm und somit auch meist gesellschaftlich akzeptabler sind, als andere marginalisierte Menschen.
So wird, zum Beispiel, eher eine light-skinned BIPOC Person als Vorhängeschild für die “Diversität” benutzt, als eine dark-skinned BIPOC. Aber wenn es schon eine dark-skinned BIPOC sein muss, dann darf diese Person wenigstens keine anderen Normabweichungen wie Mehrgewicht, sichtbaren Behinderungen, etc. haben.
Nach dem Motto; Mensch möchte aus Profitgründen gerne divers wirken, aber dennoch nicht sooo sehr von der Norm abweichen.

Das ist ein riesiges Problem und ein ewiger Zyklus. Normmenschen suchen sich meist Menschen für ihr Umfeld aus, die so sind wie sie selbst oder in denen sie sich zumindest teilweise widerspiegeln können. Diese machen das dann ebenfalls mit der nächsten Person usw.
So wird eine Umgebung geschaffen, mit ähnlichen Menschen, die ähnliche Ansichten haben und ähnliche Leute einstellen, die ähnliche Dinge machen und ähnliche Entscheidungen treffen über Menschen, die ihnen nicht ähnlich sind und die sie somit auch nicht akkurat repräsentieren können. Und diese “nicht-ähnlichen” Menschen sind oft schwerer-marginalisierte und/oder mehrfach-marginalisierte Menschen. Das nennt man Supremacy und Privilege.

Aber was genau hat denn jetzt Diversität eigentlich mit White Supremacy und anderen Machtstrukturen zu tun?

Alles hat es damit zu tun. Die meiste Macht halten Menschen, die der Norm in ihrer lokalen Region entsprechen. Sowohl international, als auch hier in Deutschland, sind das vorwiegend weiße Menschen, weiße cis-het Männer die able-bodied sind und ja, auch weiße Frauen. Dass diese Gruppierungen einen erheblichen Großteil der Firmen besitzen, die Macht auf das ausüben und das kontrollieren, was wir täglich in den Medien, im Fernsehen und auch sonst wo zu Gesicht bekommen, sollte nicht für Verwunderung sorgen. Diese Menschen entscheiden über so ziemlich alles, was wir in unserem Alltag konsumieren und auch das, was wir als Norm betrachten.

Und so kommen wir auch zum metaphorischen als auch zum sprichwörtlichen Tisch.

Stell dir einen großen Tisch vor, an dem alle Menschen, die dort sitzen, die Macht haben jegliche Dinge zu entscheiden und zu regulieren, die auch dich und uns betreffen.
Sie haben die Macht zu entscheiden, wer zu ihnen an den Tisch darf und wer nicht.

Nun stell dir vor, dieser Tisch besteht nur aus weißen Menschen (zum Großteil aus Männern, cis-het, able-bodied, Dünnen, etc.)

Einen Stuhl an diesem Tisch haben die großen weißen mächtigen Wesen großzügigerweise BIPOC und Menschen mit anderen Marginalisationen überlassen, die sich aber nun, ob sie es wollen oder nicht, um diesen einen Stuhl “reißen” müssen.
Es gibt nur diesen einen begrenzten Platz für marginalisierte Menschen und dieser Platz wird von priviligierteren Menschen verwaltet.

Das führt oft dazu, dass sehr selten repräsentierte Gruppen (zB indigenous oder Transmenschen) ihre Frustration wegen dieser Unterrepräsentation auf andere marginalisierte Gruppen schieben, die (zumindest in deren Augen) mehr von dem “Kuchen” abbekommen als sie selbst. Als zum Beispiel der Film ‘Black Panther’ herauskam, dauerte es nicht lange bis es unter anderem hieß: “Und was ist mit einem Latinx-Film?” Die Angst, dass der “Platz” von einer marginalisierten Gruppe “weggenommen” wird, ist nicht die Schuld einer anderen marginalisierten Gruppe. Aber das wird uns eingeredet. Schwarze Menschen zum Beispiel müssen nicht zurücktreten um Platz für andere marginalisierte Menschen zu schaffen. Weiße Menschen müssen zurücktreten um Platz für marginalisierte Menschen zu schaffen. Das heißt in unserem Beispiel, dass einige weiße Menschen ihre Stühle am Tisch frei machen müssen, damit marginalisierte Gruppen sich nicht mehr untereinander um die “Kuchenkrümel” streiten müssen.

Natürlich müssen marginalisierte Menschen sich auch selbst  Platz machen, Platz nehmen und Spaces einfordern.
In erster Linie funktioniert Veränderung aber nur auf Machtebene. Soll heißen, Menschen mit mehr Macht geben nicht so privilegierten Menschen etwas davon ab. Bitte ohne Selbstprofilierung!

So muss zum Beispiel bei einer Diversity Kampagne, oder bei einer Veranstaltung, nicht automatisch und unumgänglich eine priviligiertere Person dabei sein, damit die Diversität gegeben ist. Gib das Mic an andere ab, die sonst nicht gehört werden oder denen ganz einfach nicht zugehört wird.
Es ist nicht: Eine priviligierte Person muss sein um die Norm zu erklären und der Rest zeigt die Vielfalt/die Abweichung dieser Norm auf. Ein weiteres Beispiel wäre: Wenn man in den Medien Diversität sieht, ist immer trotzdem eine weiße Person involviert, zB. bei der Darstellung von Interracial Couples. Als müsse man der breiten Masse vermitteln, dass weiße Menschen nicht vergessen werden, obwohl man eine marginalisierte Person gecastet hat. Um nochmal auf Black Panther (erinnerst du dich?) zurück zu kommen: Es gibt zig Marvel Filme mit weißen Superhelden, aber als Black Panther herauskam, wunderten sich viele und regten sich auch auf, warum so wenige weiße Darsteller*innen vorkommen, während sie kein Wort über die mangelnde Diversität in so ziemlich allen anderen Marvelfilmen sagten, weil das als "normal" angesehen wird.

Oft wird vorgegaukelte Diversität auch genutzt, um den unter anderen weißen Blick (white gaze) zu begnügen. Dafür werden marginalisierte Menschen, oftmals im medialen Bereich, wie beispielsweise in der Filmindustrie, als Stereotype zur Belustigung oder zur Exotisierung, wie Popcorn an das weiße Publikum verfüttert.
Das schafft natürlich nicht nur ein negatives Bild und diskriminierende Vorurteile von marginalisierten Menschen, welche nicht bei der Leinwand aufhören, sondern sich bis in den Alltag von Betroffenen manifestiert.
Diese bekommen somit weniger Chancen einen Job zu finden, eine Wohnung zu bekommen und vieles mehr.
Nein, es verdeutlicht auch, oder besser gesagt lässt uns alle glauben, dass marginalisierte Menschen nur ein amüsanter Beigeschmack in einer (unter anderem weißen) Welt sind.



Die letzten Absätze waren eine Einleitung darüber was Mensch NICHT machen sollte, wenn es um Diversität geht, aber was KANN Mensch denn jetzt machen, um Diversität wirklich zu leben?

Erst einmal sollte jedem bewusst sein, dass niemand hundertprozentige Diversität umsetzen kann. Es gibt so viele Marginalisationen, so viele Individuen, mit unterschiedlichem Aussehen und unterschiedlichen Geschichten, dass es quasi unmöglich ist alle Menschen gerecht zu repräsentieren.
Dennoch gibt es ein paar Dinge die du persönlich und/oder auf Machtebene umsetzen kannst, die nicht nur Diversität am Arbeitsplatz, sondern auch in deinem Alltag bewerkstelligen.



Auf social media:

  1. Folge verschiedenen Accounts, die vielleicht dir nicht ähnlich sind, nicht unbedingt deinem Ideal oder auch deinem bevorzugten “want-to-follow Profil” entsprechen. Das klingt vielleicht erst einmal komisch, aber Fakt ist, dass das was wir in der virtuellen Welt wahrnehmen, sich teilweise auch in unserer Realität widerspiegelt und manifestiert. Folge also Menschen die anders aussehen als du, anders leben als du, anders denken als du, anders sind als du. Und mit anders denken meine ich nicht rassistische Menschen, Nazis und co.

  1. Folge marginalisierten Filmemacher*innen, Künstler*innen, Köch*innen etc. die vielleicht auch noch nicht so berühmt sind.

  1. Folge Hashtags! Hashtags sind eine gute Art um viele verschiedene Menschen sehen zu können, ohne tausenden einzelnen Profilen folgen zu müssen, bei denen man, früher oder später, irgendwann die Übersicht verliert.
Beispiele für solche Hashtags sind:
#blackgirlmagic                          #drawingwhileblack
#indigenous                               #fatpositive
#blackboyjoy                              #inclusionmatters
#blackexcellence                       #pocinlove
#nonbinarydrag                         #indigenas
#nonbinaryfemme                      #disabledfashion
#indigenousmidwifery                #disabledandcute
#midwifeofcolor
#fatpoledancer
#fatgirlroyalty
#latinx
#asian
und und und. 
Sei kreativ und suche selbst innerhalb der genannten Kategorien nach Hashtags, die dich interessieren.


Im Alltag:

           1. Schau dir Filme an (auch pornografische) die von marginalisierten Filmemacher*innen und co. gedreht wurden und/oder die von marginalisierten Menschen handeln (Alle Genres). Tipp: Da die Filmindustrie sehr weiß und männlich ist, sind viele Filme von marginalisierten Menschen, die nicht stereotypisch dargestellt werden, keine Blockbuster. Lass dich davon nicht abschrecken! Nicht nur Hollywood macht gute Filme.

            2. Sag bye-bye zu Mainstreamfirmen und fang an, dein Geld in unterfinanzierte, unterrepräsentierte, aber genau so gute Firmen von marginalisierten Menschen zu investieren. Oftmals denken wir, dass wenn eine Firma nicht genau so groß, extravagant und co. ist und dann auch noch unter anderem BIPOC-owned ist, etwas damit nicht stimmt, die Qualität mies oder die Ausstattung/das Angebot mangelhaft ist. Das ist nicht wahr. Wie oben erwähnt, leiden auch die Unternehmen von marginalisierten Menschen an den Stereotypen, der Diskriminierung dieser und der -Ismen, die diese erleiden müssen. Auf dem Instagramprofil @wirmuesstenmalreden findest du erstmal eine Liste von black-owned companies, bald werden wir aber ein Lexikon veröffentlichen, was alle möglichen BIPOC Firmen aufzählt.
              
             3. Versuch nicht auf Zwang dir marginalisierte Menschen als Freunde oder Partner*innen “zu besorgen”. Wenn die Umstände nicht richtig sind, dann kann es eben nicht sein. Frag dich dennoch, wieso dein Umfeld so ist wie es ist.

              4. Lies mehr Bücher, Artikel und co. von marginalisierten Menschen, diese müssen nicht zwangsweise etwas mit ihrer Marginalisierung zu tun haben.

              5. Mache dir begreiflich, dass marginalisierte Menschen nicht der Clown für deinen Zirkus oder der Energy Drink für dein Leben ist. Das bedeutet: Verstehe, dass der Lebenssinn von marginalisierte Menschen, also BIPOC, Transmenschen und co. nicht der ist dich zu entertainen bzw. den white gaze zu befriedigen. Wenn dir die Sichtweise oder die Präsenz von marginalisierten Menschen nur wichtig ist, wenn es um Themen wie Rassismus, nicht-westliche Kulturen, Armut oder Diversität geht, ist das, hm...problematisch, denn marginalisierte Menschen haben auch Meinungen zu anderen Themen, wie zum Beispiel...Pizza. Btw: Ananas gehört auf eine Pizza, Punkt.

                6. Mach dir bewusst, dass es über 7,6 Milliarden Individuen gibt, die alle nicht unterschiedlicher und ähnlicher sein könnten. Eine marginalisierte Person ist nicht der/die (in)offizielle Repräsentant*in einer ganzen Gruppe. Wir sind kein Kollektivgehirn. No brainer, nicht wahr?

Im Beruf:

  1. Bist du der*die Chef*in? Versuche, wie oben schon erwähnt, Menschen in dein Team zu holen, die anders aussehen, denken und arbeiten als du. Es ist sogar wissenschaftlich erwiesen, dass echte Diversität sich positiv auf Firmen auswirken kann! Du bist zwar der*die Chef*in, but hey, das heißt nicht, dass du alles besser weißt. Aber auch wenn du nicht anderen Kolleg*innen vorgesetzt bist, kannst du die nachfolgenden Punkte umsetzen:

  1. Stell sicher, dass das Arbeitsumfeld für marginalisierte Menschen angenehm und keine Qual ist. Dass ihnen zugehört wird und diese Kritik auch ernstgenommen wird, ohne das sie Konsequenzen fürchten müssen, ist sehr wichtig.

  1. Sei konsequent zu Mitarbeiter*innen, die -Ismen ausüben und sei nicht leise. Mache dein Unternehmen zum Safer Space, soweit es dir möglich ist als nicht-betroffene Person.

  1. Kommunikation und Respekt sind alles.

  1. Gespräche über relevante Themen wie z.B critical whiteness sind, ja, auch im Arbeitsumfeld nötig. -Ismen verabschieden sich nicht am Eingang deines Arbeitsplatzes und treffen dich dann in der Bar bei Feierabend zum #margaritamonday wieder.

  1. Höre marginalisierten Menschen zu.



Am Ende des Tages ist Diversität extrem wichtig, wenn diese richtig umgesetzt wird, um endlich die vorherrschenden Machtstrukturen, die Marginalisierung, das Leiden, Mobbing, Druck und Unterdrückung für andere Menschen schaffen, zu durchbrechen.
Worauf wir mit diesem Artikel hinaus wollen ist die Tatsache, dass unser von der Gesellschaft eingetrichtertes Verständnis einer Normperson (weiß, able-bodied, hetero, cisgender, schlank etc.) in Wirklichkeit gar nicht die Norm ist.
Denn die wahre Norm in dieser Welt ist Vielfalt.✨




NATS @diamondsinherthroat
JULIA @wirmuesstenmalreden

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